Geschichte

VereinVon Geflügel und Kaninchen
Der Kleintierzüchterverein Berlin-Blankenburg e.V. wurde 100 Jahre alt
Am 10. Juni diesen Jahres begingen die Kleintierzüchter aus Blankenburg und Umgebung ihr großes Jubiläum. Ihre Festveranstaltung fand in der »Scheune« statt, wie das Vereinsheim der (Kleingarten-) Anlage Berlin-Blankenburg e.V. heißt, dort, wo sie in früheren Jahren viele ihrer Ausstellungen abgehalten haben.
Es waren die zunehmenden Probleme in der Versorgung der Bevölkerung während der Kriegsjahre 1914/18, die einige Siedler aus den sich entwickelnden Kolonien in Blankenburg veranlasst hatten, sich zu einem Kleintierzuchtverein zusammenzuschließen. Neben der züchterischen Absicht ging es ihnen auch darum, Gras für Ziegen und Kaninchen auf Pachtland des Rieselgutes bzw. der Gemeinde mähen zu dürfen. Der Abgeordnete der SPD in der Berliner Stadtverordnetenversammlung und spätere Bezirksverordnete in Pankow, Franz Lucht, war der Initiator der Vereinsgründung. Zusammen mit weiteren Interessierten hob er am 1. Juni 1917 im damaligen Lokal Nüske in der heutigen Gutenfelsstraße 8 den »Kleintierzuchtverein Blankenburg« aus der Taufe.

Seine erste Kleintierschau für Geflügel und Kaninchen hielt der Verein am 23. Januar 1921 bei Emil Klug (heute Restaurant »Syrtaki«) ab. Einige der zur Schau gestellten Tiere, wie Leghorn- und Reichshühner oder die Taubenrasse Berliner Lange, findet man heute kaum noch auf Ausstellungen. Lohkaninchen und Blaue Wiener werden dagegen im Verein weiterhin gezüchtet.
1933 gingen dem Verein seine Gründungsdokumente und Protokollbücher verlustig. Sie sind von den Nazis im Rahmen einer Bücherverbrennung auf dem Blankenburger Dorfanger vernichtet worden…   

Foto: Bernd Wähner
Ausführlicher in unserer Printausgabe


Energie Leuendorff110 Jahre Energie
Das Familienunternehmen Leuendorff aus Karow verbindet Kontinuität und Wandel
Es liegt schon einige Jahre zurück, als ich durch Zufall eine Heizöl-Rechnung der Leuendorff & Co. Mineralölhandel GmbH in die Hände bekam. Unter der Firmenbezeichnung der Schriftzug: »100 Jahre Tradition seit 2007«. Ein so altes Unternehmen in der Region, das überraschte mich. Ich behielt es im Hinterkopf und nahm mir vor, der Geschichte eines Tages nachzugehen.
Der bevorstehende 110. Geburtstag der Firma Leuendorff bildete den Anlass für ein Treffen am Sitz des Unternehmens in einem alten Vierseitenhof in Alt-Karow. Im Büro des Inhabers und Geschäftsführers Bert Leuendorff hängt ein Duplikat der Urkunde der Gewerbeanmeldung vom 9. August 1907. Ausgestellt von der Königlichen Direktion für die Verwaltung der direkten Steuern in Berlin. Angemeldet hatte das kleine Holz- und Kohlegeschäft in der heutigen Paul-Robeson-Straße, einer Seitenstraße der Schönhauser Allee, im Prenzlauer Berg Louis Leuendorff, Bert Leuendorffs Urgroßvater.
Leuendorff wird dieses Jahr 45 Jahre alt, ist aber schon seit 13 Jahren Geschäftsführer und seit 1995 im Unternehmen. Sein Vater zog sich 2004 mit 53 Jahren aus der Leitung des Familienbetriebs zurück. Wenn es nach Leuendorff geht, macht er es ähnlich, geht mit 55 in den Ruhestand. »Ich sehe bei anderen, dass es oft schädlich für das Unternehmen ist, wenn sich der Chef nicht oder zu spät zurückzieht, weil sich die nachwachsende Generation nicht verwirklichen kann und nicht bereit ist, ewig unter dem Gängelband des alten Herrn zu arbeiten. Man muss Verantwortung abgeben können und jungen Leuten erlauben, auch mal Fehler zu machen«, erläutert Leuendorff seine Vorstellungen. Er weiß auch schon, was er danach vorhat: »Ich will mich dann mehr um meine Frau und meine Enkelkinder kümmern.« Doch unter einem Vorbehalt steht jede private Zukunftsplanung: »Das Unternehmen muss laufen. Das ist das A und O.«
Heute hat der Betrieb 55 Mitarbeiter, neben dem Hauptsitz in Karow gibt es noch einen Standort in Seefeld im Landkreis Barnim. Was als kleiner Kohle- und Holzhandel begann, hat sich zu einem energieträgerunabhängigen Energieversorgungs- und Dienstleistungsunternehmen entwickelt. …

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