Geschichte

Tafel Genfer Platz Tafeln erinnern an 1989
Fünfte Gedenktafel jetzt in Schwanebeck aufgehängt
Nach acht Jahren dauernder Suche hat die Gemeinde Panketal einen Platz für die fünfte Gedenktafel an die friedliche Revolution des Jahres 1989 gefunden. Im Jahre 2009 hatte die Gemeindevertretung beschlossen, zum 20. Jahrestag des Mauerfalls an fünf Orten in der Gemeinde Tafeln anzubringen, die an die Geschehnisse erinnern sollten. Schnell wurde vor dem ehemaligen Zentralen Aufnahmeheim in Röntgental in der Schönerlinder Straße 11 die erste Gedenktafel feierlich angebracht. Der Künstler Reinhard Jacob war mit der Ausarbeitung dieser und weiterer vier Tafeln beauftragt worden. Weitere Tafeln wurden an der St.-Annen- Kirche im Zentrum von Zepernick, am ehemaligen Rathaus in der Heinestraße 1 und in der Möserstraße (ehem. Meldestelle der DDR-Volkspolizei) mit offizieller Würdigung und kleinen Feiern aufgestellt.

Die Aufstellung der fünften Tafel am Genfer Platz in Schwanebeck, an dem sich ein DDR-Kontrollposten befand, geschah »still und leise« jüngst im September…

Ausführlicher in unserer Printausgabe


Zweimal 13. August in Buch
Ein Blick auf die Jahre 1961 und 1933 in Buch
Der 13. August 1961 war ein Sonntag. Wohl kaum einer der älteren DDR-Bürger wird ihn vergessen können. Noch bedrohlicher als für die Ostler war die Lage für die Westberliner. Sie wurden eingemauert! Welch eine Vorstellung!
1.854 552 Menschen auf knapp 480 km2 eingesperrt! 3.864 Einwohner lebten auf einem einzigen Quadratkilometer. Das war ein wenig sehr eng. Einfach durch die Mauer schlüpfen und am Sonntag ins Grüne fahren, zum Beispiel an den Liepnitz- oder einen anderen schönen See, ging überhaupt nicht, es sei denn, man hatte einen Passierschein beantragt und genehmigt bekommen. Hatte Ulbricht nicht verkündet, dass niemand eine Mauer bauen wolle?
Am Samstag vor der ereignisreichen Nacht zum 13. 8. 1961 waren wir in Westberlin. Unsere Schwester verabschiedete sich an diesem Abend mit einer Ausreise-Abschiedsparty von Familie und Freunden nach Westdeutschland. Kurz vor 24 Uhr eine letzte Umarmung. Wir mussten uns beeilen, denn damals fuhr 24 Minuten nach Mitternacht der letzte Zug des Tages vom Bahnhof Gesundbrunnen in Richtung Buch. Hier schliefen unsere Kinder in der Obhut ihrer Großmutter und die Verabredung war, dass wir spätestens mit dem letzten Zug in Buch eintrudeln.
Der Weg zum Bahnhof Gesundbrunnen führte über die Badstraße. Welch ein Tumult herrschte dort! Die Straße war nahezu taghell erleuchtet und unruhige Menschengruppen versperrten den Weg. 
»Extrablatt, Extrablatt, die Vopo macht die Grenzen dicht!!«, so schallte es von allen Seiten! Die Sonderausgaben wurden den Verkäufern geradezu aus den Händen gerissen. Doch wir hatten weder eine West-Mark in der Tasche noch die nötige Zeit, um uns in die Käuferschlangen einzureihen.
In Buch empfing uns eine stille Nacht. Keinerlei Unruhe war zu spüren. Müde krochen wir  ins Bett. Nach wenigen Stunden wurden wir aus unseren Träumen gerissen. Mutter stand in heller Panik im Zimmer. »Wacht auf! Wacht auf! Es ist Krieg!« Schlaftrunken schauten wir aus den Fenstern. Wohin man blickte, auf den Pölnitz- oder den Röbellweg, überall standen dicht an dicht Militär- und Polizeifahrzeuge (Kasernierte Volkspolizei) und mit Panzern und Kanonen beladene Züge rollten in Richtung Berlin.
Das konnte doch nur ein Alptraum sein!  Leider war es Realität…

Ausführlicher in unserer Printausgabe