Top Thema des Monats Oktober
Immer doller mit dem Roller
Für die einen begehrtes »Spielzeug«, für die anderen gefährliche und nervende Verkehrshindernisse
Wat dem eenen sin Uhl, is dem andern sin Nachtigall, heißt es so schön im Norddeutschen. Der Stein des Anstoßes sind immer öfter E-Roller, neudeutsch E-Scooter, Beamtendeutsch Elektrokleinstfahrzeuge. Sie sollten nach Ansicht der Bundesregierung die Mobilität erhöhen, vor allem in der letzten Meile. Das zielte bei der Einführung Mitte 2019 vor allem auf Touristen.
Die Wirklichkeit stellt sich häufig anders dar: Die Roller sind ein begehrtes Spielzeug, nicht selten fahren zwei oder gar drei Personen auf einem Scooter dahin; keiner weiß, welche Regeln gelten. Die Folge: Die Zahl der Unfälle explodiert.
Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland 16.496 solche Zwischenfälle, 38 Prozent mehr als im Vorjahr. 28 Menschen starben dabei, elf mehr als 2024. 1.900 Menschen wurden schwer verletzt, 16.200 leicht. 84 Prozent der Opfer waren unter 25 Jahre, nahezu alle fuhren selbst. Und in Berlin? Ruven Gastel vom Bezirksamt Pankow (BA) zum »BB«: »Die Polizeistatistik weist für 2025 insgesamt 1.363 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Elektrokleinstfahrzeugen aus. Dabei wurden 932 Personen leicht und 106 Personen schwer verletzt, Todesfälle gab es keine.« Konkrete Zahlen für Karow oder Buch gibt es nicht.
Gelsenkirchen hat die Roller deshalb ab September verboten, Frankfurt am Main zumindest in der Innenstadt. In München, Leipzig, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Duisburg und Wuppertal dürfen die Dinger nicht in den ÖPNV. Unsere Nachbarn in Paris, Barcelona, London und Kopenhagen haben die Scooter ebenfalls aus der Stadt verbannt.
Und die deutsche Hauptstadt? …
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