Aktuelles

Kirche BlankenburgSanierungsstart
Das Geld ist zusammen, um poröses Mauerwerk der mittelalterlichen Kirche von Blankenburg zu sanieren
Die Feldsteinfassade der Blankenburger Dorfkirche bröckelt schon seit Jahren. In den 1930er und 1960er Jahren war sie repariert worden, aber das angesagte Allzweckmittel war Zemtent, der auf das mittelalterliche Kalk-Mörtelgemisch in den Fugen aufgetragen wurde. Die Folge war, dass kein natürlicher Luftaustausch mehr stattfinden konnte. Die alte Mörtelschicht versandet seither, verliert ihre Bindekraft und zeigt Risse. Und nicht nur die. Als sich Pfarrer Hagen Kühne am Pfingstmontag 2017 mit einem Täufling und dessen Familie vor dem Portal aufstellt, da schickte der Himmel ein Zeichen. Ein Stück Mörtel verfehlte die kleine Gesellschaft nur knapp. Für den Pfarrer der mittelalterlichen Kirche dringlicher Hinweis, die Sanierung der Fassade energisch voranzutreiben (siehe auch »BB« 7/2018).

KirchenakteureEine restauratorische Untersuchung bestätigte die Unaufschiebbarkeit des Vorhabens. Etwa 300.000 Euro seien nötig, um das weit über 750 Jahre alte Kleinod – das übrigens noch über ein original barockes Dachgebälk verfügt – wieder in Schuss zu bringen. Eine gewaltige Summe. Die Kirchgemeinde rührte seither die Trommel, um viele Menschen für die Sanierung zu interessieren. Stiftungen wurden angeschrieben, Förderanträge gestellt. Die Wochen gingen ins Land, aber der Himmel zeigt sich schließlich gnädig …

 

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BallonBallon-Fehlstart in Karow
Vom Winde verweht, ist nicht der richtig Ausdruck für das, was am Abend des 19. Juni auf dem Sportplatz des Robert-Havemann-Gymnasiums in Karow geschah. Vielmehr das Gegenteil war der Fall. Kurz vor dem Start eines außergewöhnlichen Schulexperiments, bei dem sich ein Stratosphären-Ballon in die Luft erheben sollte, um, vom Wind getragen, eine Höhe von 52 km zu erreichen und 48 Stunden lang unterwegs zu sein, kam es zum Desaster…


Foto: Jürgen Trebs
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MUF coronafreiFlüchtlingsunterkunft ist coronafrei
Die MUF in der Wolfgang-Heinz-Straße in Buch hat schwere Wochen hinter sich
Corona-Ausbruch in einer Flüchtlingsgemeinschaftsunterkunft in Buch – das war keine gute Nachricht, die der »Bucher Bote« in der Juni-Ausgabe abdrucken musste. Bis 25. Mai hatten sich in der MUF Wolfgang-Heinz-Straße 28 Menschen mit dem Corona-Virus angesteckt, insgesamt 104 der 407 Bewohnerinnen und Bewohner mussten sich in zweiwöchige Quarantäne begeben, weil sie Kontakt mit den Infizierten hatten. Ein Teil der Kontaktpersonen verbrachte die Quarantäne in ihren Wohnungen in der Wolfgang-Heinz-Straße, da sie über eigene Sanitäranlagen verfügen. Jene Bewohner, die sich mit anderen Küche und Waschräume teilen müssen, kamen in die Quarantäne-Einrichtung in der Buchholzer Straße in Frz. Buchholz.
Die gute Nachricht ist, dass bis 4. Juni alle Betroffenen aus der Quarantäne entlassen wurden, mittlerweile sind auch alle Infizierten genesen. »Wir sind corona-frei« zeigte sich die Betriebskoordinatorin Kezban Iscan erleichtert. Ihr Unternehmen, die European Homecare GmbH, übernahm am 1. Juni die Bucher Flüchtligseinrichtung, nachdem sich das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) im Rahmen der regelmäßigen Ausschreibungen für einen Trägerwechsel entschieden hatte. Für einen Neustart ein denkbar schlechter Moment. Dennoch haben die Maßnahmen gegriffen, die Einrichtung hat die Viruserkrankung gut überstanden …

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Zirkus SpendenuebergabeZirkus-Sorgen und -Freuden
Zirkus »Hoppla Hopp« machte während des Shutdowns in Karow Station
Die Zirkusfamilie Rogall steht in Berlin seit 1977 für Manege, dressierte Tiere und Artisten. Sven Rogall (44) hat sich mit seinem Zirkus »Hoppla Hopp« 2008 selbstständig gemacht. Er erlebte in ganz Deutschland viel, machte Jubel, Freude und Trauer durch. Doch so schlecht wie heute ging es ihm noch nie.
Rogall lebt mit seiner schwer kranken pflegebedürftigen Frau und seinen vier Kindern (zwei Töchter, zwei Söhne) das ganze Jahr über im beheizbaren Wohnwagen. Die Kinder helfen mit, Angestellte hat er keine. Zum Zirkus gehören diverse Tiere: vier Kamele, zwei Ziegen, fünf Ponys, vier Pudel und der Plastik-Dino Rex von Söhnchen Sven Junior (5), der in der Manege den Clown gibt. Die sieben Lkw-Transporter dafür kosten Diesel, Steuern und Unterhalt. Dazu kommen Miete für den Platz, Gebühren für’s Plakatieren, Druck von Flyern und Plakaten, Propangas und diverse Nebenkosten. Der Zirkus gibt eine Veranstaltung am Tag, Erwachsene für 14 Euro, Kinder 12, freitags für alle nur 8 Euro. Das Zirkuszelt fasst 100 Plätze. Rogall zum »BB«: »Wenn wir ausverkauft sind, kommen wir gut hin.« Wenn…
2020 war für Rogall bisher ein Katastrophenjahr. Im Februar wurde er beraubt. 9.000 Euro Bargeld stahl der Dieb während der Vorstellung aus dem Wohnwagen. Am 18. März traf Rogall der Corona-Shutdown härter als alle anderen. Für den Zirkus galt Auftrittsverbot. (…)
Die positive Erfahrung in der Krise: Der Zirkusdirektor erfuhr gelebte Solidarität. »Wenn es die Bucher, Karower und Blankenburger nicht gebe, würde es unseren Zirkus nicht mehr geben«, sagt er dem »BB«. Sie spendeten alles: Geld, Nahrungsmittel, Tierfutter.
Ulrike Giesen, die den Tabak- und Lottoladen in der Achillesstraße betreibt, übergibt Rogall eine Tupperbox mit 350 Euro Hartgeld: »Wir haben im Laden während des Shutdowns eine Spendenbox zunächst allgemein für den guten Zweck aufgestellt. Als wir dann erfuhren, wie schlecht es dem beliebten Zirkus geht, haben wir damit für ‘Hoppla Hopp’ gesammelt.« …

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ParkplatzZentraler Parkplatz in Karow zu
Bürgerstiftung Karow braucht Unterstützung bei der Pacht
Was passiert mit dem Platz an der Achillesstraße in Karow? Nach einer langen Diskussion zwischen Bürgerstiftung Karow, Senat und Anliegern ist der größte Parkplatz des Kiezes jetzt geschlossen. Das Grundstück Achillesstraße 70 bietet neben der Piazza wegen seiner zentralen Lage zwischen dem Havemann-Gymnasium, der Stadtteilbibliothek, Kita, Kinderläden, Restaurants und anderen Gewerbetreibenden den zweiten zentralen Platz der 20.000-Einwohner-Siedlung Karow, die nach offizieller Klassifizierung bereits eine Mittelstadt in Deutschland darstellen würde. Entsprechend hoch ist auch der Parkdruck. Trotzdem herrscht auf dem Platz jetzt Halteverbot. Und so kam es zu dem ganzen Ärger.
Anfang Juni schreckte eine Ankündigung der Bürgerstiftung Karow die Anwohner und Gewerbetreibenden auf: Mitte des Monats sollte der Parkplatz gesperrt werden. Bis 2014 war diese Fläche nur ein unbebautes Grundstück, auf dem sich Abfall ansammelte. Manche nutzten sie durch Gewohnheitsrecht als Parkplatz. Eigentümerin ist die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), eine Tochter des Landes Berlin. …
2015 machte die CDU-Fraktion eine Umfrage unter 500 Anwohnern zur Nutzung (»BB« berichtete). Mehr als die Hälfte sprach sich für einen Parkplatz aus. Johannes: »Dann haben wir uns ein Nutzungskonzept überlegt: Einen Teil als Parkplatz, einen für die Kita als Verkehrsgarten, ein Teil später als Grünanlage.« …

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