Aktuelles

Am Sandhaus12-Geschosser am S-Bahnhof Buch
Masterplanprozess für Bucher Wohnquartier Am Sandhaus hat begonnen
Mit einer öffentlichen Planungswerkstatt am 1. September traten die Planungen für das neue Stadtquartier Buch - Am Sandhaus in eine neue Phase. Nachdem das städtebauliche Gutachter*-innenverfahren damit endete, dass eine Vorzugsvariante beschlossen wurde, hat nun der Masterplanprozess begonnen. Die Vorzugsvariante – der Entwurf von Studio Wessendorf und Grieger Harzer, der von der Bürgerschaft, die in der elfköpfigen Fachjury mit einer Stimme vertreten war, abgelehnt wurde, – erfährt nun weitere Planungstiefe.

In der oberen Abbildung ist der aktuelle Planungsstand für Buchs neues Wohnquartier erkennbar. So sollen etwa 2.600 Wohneinheiten errichtet werden, die  Hälfte davon in Bahnhofsnähe (600-m- Radius), um Verkehre zu reduzieren. Unmittelbar am Bahnhof sind ein 10- und ein 11-Geschosser geplant. Quartierstiefgaragen sollen entstehen, weiterhin eine Schule, zwei Kitas, Treffpunkte, Marktplatz, kleine Läden. Unterschiedliche Haus- typen sind vorgesehen, auch, um eine ausgewogene soziale Mischung zu erreichen. Städtische Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften, gemein- wohlorientierte Bauherren werden einbezogen (www.stadtentwicklung.berlin.de). 
Für die Bürger-Initiative Buch am Sandhaus erwartungsgemäß ein enttäuschender Verlauf der Auftaktwerkstatt. Wie Sprecherin Gisela Neunhöffer erklärte, bleibe die Initiative dabei: »Der Planentwurf wird seiner naturräumlichen Umgebung nicht gerecht«. …

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Einladung zum Fest der Nachbarn in Buch
Im Bucher Bürgerhausgarten, Franz-Schmidt-Straße 8-10, findet am Freitag, dem 8. Oktober, von 14 bis 18 Uhr das 6. Fest der Bucher Nachbarn, ein Begegnungsfest für alle Generationen statt. Es sind Stände aufgebaut, es gibt viele Mitmach-Angebote und ein buntes Bühnenprogramm. 
Um 14 Uhr eröffnet Pankows Bürgermeister Sören Benn gemeinsam mit der Integrationsbeauftragten Nina Tsonkidis das Fest der Nachbarn in Buch. 

Bühnenprorgamm:
14.30–15.15 Uhr Swing mit Andrej und David Hermlin 
15.30–16 Uhr »Bokra«, arabische traditionelle Musik
16 Uhr Tanzvorführung der Bucher Mädchentanzgruppe »Power girls«
16.15 Uhr Trommeln/Percussion (Mitmach-Aktion, Musikschule Bela Bartok)
ab 17 Uhr Live-Musik mit Flonske (Singer-Songwriter meets HipHop, mit soul-bluesigen Wurzeln).

Außerdem können im großen Garten Musikinstrumente ausprobiert werden, auf dem Programm stehen Zirkusakrobatik, kreative An- gebote, Kinderschminken, Hennamalerei, Seifenblasen, Kreativstände, Torschießen, Kräutergartenführungen (stündlich) und mehr. Kaffee und Kuchen sowie Leckeres vom Grill und aus dem Lehmbackofen stehen bereit. Es gibt ein Lagerfeuer und Stockbrot.

Organisiert wurde das Begegnungsfest in Kooperation verschiedener sozialer Einrichtungen Buchs. Es wird u.a. finanziert über den Fördertopf »Demokratie leben!« und aus dem BENN-Programm Buch. Eintritt frei, die 3-G-Corona-Regeln müssen beachtet werden.


Karow PolittalkKarower fragten, Politiker antworteten
Verein »Wir für Karow« lud zur Podiumsdiskussion ein
Unser Karow, unsere Zukunft«, das war auf Plakaten und Flyern zu lesen, mit denen der neu gegründete Bürgerverein »Wir für Karow« für eine Podiumsdiskussion am 2. September in der Karower Stadtmission geworben hatte. »Karow fragt – Politiker antworten« hieß es an diesem Abend, zu dem etwa 200 Karower vor Ort erschienen und den über 1.000 Menschen per Stream im Internet verfolgten. Ein gut gewählter Zeitpunkt so kurz vor den dreifachen Wahlen in Berlin, denn 14 Politikerinnen und Politiker, Wahlkreiskandidaten für Bundestag, Berliner Abgeordnetenhaus sowie BVV Pankow waren der Einladung gefolgt. 
Dank der klar strukturierten Gesprächsführung durch eine Mediatorin wurden die Positionen und Vorhaben der einzelnen Parteien zu drei Themen deutlich. Es  ging um Bürgerbeteiligung, Verkehrsprobleme und Wohnungsbau – naturgemäß mit einem besonderen Fokus auf Karow. »Eine interessante, ehrliche Diskussion« befand Elke Großmann vom Karower Bürgerverein abschließend. »Das Ziel wurde erreicht – wir haben kurz vor den Wahlen gehört, welche Partei für was steht«. 
Die besprochenen Themen kamen nicht von ungefähr, hat Karow doch gerade einen Affront erlebt, der das Thema Bürgerbeteiligung und demokratische Mitbestimmung  als Farce  erscheinen ließ. Um drei Wohnquartiere in Karow zu schaffen, hatte der Bezirk die Rahmenplanung Karow – mit monatelanger Beteiligung der Bürger – begonnen. Mit dem Ergebnis wollten sich die engagierten Anwohner nicht abfinden: 3200 Wohnungen seien zu viel, die Planungen nicht ortsverträglich, die Verkehrsprobleme nicht gelöst. In einem von der CDU-Fraktion eingebrachten Einwohnerantrag forderten sie zuerst vernünftige Verkehrslösungen und erst dann eine Bebauung. Die BVV beschloss den Antrag mit großer Mehrheit. Nun aber ließ sich die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen die Rahmenplanung vom Bezirk übergeben und will die weitere Planung der Quartiere selbst übernehmen, ohne die Einwände der Anwohner zu berücksichtigen (siehe auch S. 3). 
Was halten die einzelnen Parteien von echter Bürgerbeteiligung – so die erste Frage an die Gäste…

Foto: Till Moepert

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Pfarrer Beyer»Genug ist eben nicht genug«
Nach 20 Jahren im Dienst, 80 Taufen, 50 Trauungen, 301 Konfirmationen und 393 Beisetzungen geht Karows Pfarrer in den Ruhestand.

In Karow ging im September eine Ära zu Ende. Pfarrer Wolfgang Beyer (65, verheiratet, zwei Töchter, vier angeheiratete Kinder) ist im verdienten Ruhestand. »BB« sprach mit ihm.


»BB«:
Was war Ihr schönstes und welches Ihr düsterstes Erlebnis in Ihrer Arbeit in Karow?
Wolfgang Beyer: Wenn ich an die Karower Zeit zurückdenke, war es die generationenübergreifende Gemeinschaft in ganz unterschiedlichen Gegebenheiten – Gemeindefest, Gottesdienst, Nacht- und Familiengottesdienst, Erntedankschmaus, Garteneinsatz… – für die ich sehr dankbar bin. Wir haben in den verschiedenen Gruppen immer offen die unterschiedlichen bis einander ausschließenden Haltungen beredet. Die Gemeinschaft nahm keinen Schaden, weil wir das mit Achtung voreinander getan haben. Weniger, weil ich auch unter leichten Stressbelastungen ein einigermaßen umgänglicher Mensch bin, sondern vielmehr, weil ich überzeugt bin, dass nicht richtig und falsch, Rechthaben oder strenge Logik unser Gemeinschaftsleben bestimmen, sondern die Atmosphäre, die Stimmung unter uns, wie wir einander begegnen. Und das hat sich ausgebreitet. So hatte ich keine düsteren Erlebnisse, aber spannungsvolle: Vor mancher bedeutsamen Abstimmung in unserem manchmal sehr meinungsverschiedenen Gemeindekirchenrat gab es dieses innerliche Zittern… Eben dadurch habe ich gelernt, dem erwogenen, gemeinschaftlichen Beschluss mehr zu vertrauen als lediglich meiner Einsicht in die Dinge.
»BB«: Was bedeutet für Sie Gottvertrauen?
W. Beyer: Mein Gottvertrauen war von Kindesbeinen an da. Meine Mutter hat jeden Abend, mit jedem ihrer drei Söhne gebetet. Ich kam als Kind zu Selbstbewusstsein, und Gott war zweifellos da wie Mutter und Vater. Während meiner Jugend und des jungen Erwachsenenlebens versuchte ich viel zu »tun«, um mir das zu bewahren. Heute kann ich mich mehr dem überlassen, was einfach da ist und unser Leben bedeutsam macht, dem sich jeder Mensch öffnen kann.
»BB«: Kritiker unserer Gesellschaft konstatieren ein Anwachsen des Materialismus, ein Absinken der Spiritualität. Folgen: wachsender Egoismus und Narziss- mus einerseits und weniger Empathie, Toleranz, gemeinschaftliches Engagement andererseits. Teilen Sie die Einschätzung? Was kann man dagegen tun?…

Foto: Tim Peschke

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Renate FeylDas sanfte Joch der Vortrefflichkeit
Die Schriftstellerin Renate Feyl gibt Frauenleben eine Stimme 
Ich gebe zu, die Überschrift dieses Artikels habe ich dem Titel eines Buches von Renate Feyl entlehnt. »Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit« handelt von Caroline von Wolzogen, der Schwägerin Friedrich Schillers, die ihm geistig und seelisch tief verbunden war und es als Erste wagte, die große Biographie über ihn zu schreiben. Starke, zu Unrecht vergessene Frauen der deutschen Geistesgeschichte sind ein Thema vieler Romane von Renate Feyl, die seit 50 Jahren in Blankenburg wohnt.
Schon ihr frühes Leben war aufs Wort gerichtet. Während ihrer Buchhändlerlehre in Berlin leitete sie im Klubhaus der Bauarbeiter einen großen Jugendtreff und erlebte jeden Tag, wie mit allen Mitteln versucht wurde, die Jugend zu einem »ordentlichen sozialistischen Leben« zu zwingen. Die Jugendlichen hatten in den frühen 60ern, wollten sie Einlass zu Beat-Abenden bekommen, mit gepflegtem Äußeren, ohne Rollis, sondern mit Schlips und einer »ordentlichen« Frisur zu erscheinen. Und es kam schon einmal vor, dass die Polizei den Einen oder Anderen direkt zum Friseur begleitete, denn lange Haare standen für Gammler und Asoziale und wurden nicht geduldet. 
Gegen diese verordnete Jugendpolitik schrieb Renate Feyl das »Klubtagebuch«, das im FORUM, einer Wochenzeitung für Studenten und Wissenschaftler, erschien und für soviel Diskussionen sorgte, dass der Druck des zweiten Teils des Tagebuchs verboten wurde. Sie blieb trotzdem diesem Thema treu und veröffentlichte einen Roman über einen Jugendlichen, der aus dem Werkhof entlassen wurde. Das Buch sorgte wiederum für ein großes Echo…
Foto: Annette Hauschild/Ostkreuz

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