Geschichte

Stilbruch Q GardenVom »Stilbruch« zum »Q-Garden«
Die Geschichte der Gaststätte am Bahnhof Karow setzt sich unter blühenden Kirschzweigen fort 
In Karow gibt es jetzt endlich eine wirklich gute asiatische Gaststätte. Seit Mitte Mai 2026 residiert gegenüber dem Bahnhof das »Q-Garden Restaurant«, welches »eine kulinarische Reise von Hanoi bis Tokio – unter blühenden Kirschzweigen« verspricht. Nicht zu Unrecht. Hier bekommt man etwa eine der besten klassischen vietnamesischen Pho-Reisbandnudelsuppen Berlins (ab 13,50 Euro), überraschend pikante süße frische Tom Kha Kokosmilchsuppe (ab 5,50 Euro),

gebratene Glasnudeln mit knusprigem Hähnchenfilet (14,40 Euro) oder warme gesalzene Edamame-Bohnen zum Knabbern (5,50 Euro). Alles sehr edel angerichtet – das Auge isst mit –, und von allem genug, so dass man auch satt wird. Zum Dessert kann man u. a. zwischen Grüntee-Eis (6 Euro) und frittierten Klebreis-Bällchen für 6,50 Euro wählen, ein großer Kiba schlägt mit fünf Euro zu Buche, ein großes Bier gibt es für 5,50 Euro, einen Cocktail für 8,50 Euro. Das ist nicht billig, aber angesichts des hochwertigen Essens in angenehmem Ambiente und der schnellen freundlichen Bedienung in Ordnung.
Das Restaurant in der Gründerzeitvilla Bahnhofstraße 1 hat eine wechselvolle Geschichte. Vor 39 Jahren öffnete hier nach einem millionenschweren Umbau der ehemaligen Villa das »Haus Stilbruch«. Unter DDR-Bürgern stieß die Investition schon damals auf Ver-, aber auch Bewunderung. Das Restaurant erarbeitete sich binnen kürzester Zeit einen Ruf wie Donnerhall als eines der besten Restaurants der Republik, Plätze für Otto Normalverbraucher waren praktisch nicht zu bekommen. 
Der »Tagesspiegel« wusste 2000 zu berichten, dass Promis wie Herbert von Karajan, Helga Hahnemann, Walter Momper und Gregor Gysi sich hier die Klinke in die Hand gegeben hätten. Allerdings hatte sich Gründer Bernd K., der zuvor in der Pankower Florastraße ein Restaurant gleichen Namens betrieben hatte, finanziell überhoben und musste die Nobel-Gaststätte 1988 an den Ex-Barkeeper Wolfgang D. verkaufen, der dann weiter aufrüstete. Der Stilbruch hatte in Hochzeiten eine eigene Bäckerei, eine eigene Fleischerei und 35 Mitarbeiter. Noch 1999 erhielt er sogar den Kochlöffel des »Aral Schlemmer Atlasses«.
Moment mal, grübelt der gelernte DDR-Bürger da: Millioneninvestitionen, Umbau einer Immobilie zu einer Gaststätte, eigene Bäckerei und Fleischerei? Zu DDR-Endzeiten?? Ganz abgesehen von den fehlenden Barmitteln hätte es dazu für Privatleute unzugänglicher Genehmigungen bedurft. Und genauso war es auch …

Lesen Sie ausführlich in unserer Printausgabe


PaatzschWen interessiert schon Karow?
Klaus Paatzsch (Foto) – Doktortitel, ehemaliger Lehrer, seit 20 Jahren in Karow lebend – hält sein Buch »Wen interessiert schon Karow?« in Händen und ist zufrieden. Der aufmerksame »BB«-Leser wird seinen Namen kennen – und auch diese Titel-Zeile. Sie überspannt seit März 2025 verschiedene Geschichten in der Lokalzeitung, die von der Vergangenheit und Gegenwart  Karows erzählen. 
Das jetzt vorliegende Buch enthält sie alle – aber noch umfassender, vertiefender und reicher bebildert. Zu lesen ist von der sagenhaften Gründung des Dorfes Karow, Karower Schulgeschichte(n), den Häusern und Menschen, Ärzte-Gräbern auf dem alten Friedhof, Karower Institutionen, der Infrastruktur oder dem künftigen Karow. Der Ort ist zu entdecken auf alten und neuen Karten und es gibt eine Chronologie vom frühen Mittelalter bis ins Heute…

Lesen Sie ausführlich in unserer Printausgabe