Aktuelles

BlankenburgSchlimmer als befürchtet
Schock auf Bürgerveranstaltung in Buch: 10.000 statt 6.000 neue Wohnungen im »Blankenburger Süden«
Die Grundstücke entlang der Heinersdorfer Straße oder Bahnhofstraße in Blankenburg sind gespickt mit zahlreichen selbst gemalten Transparenten. »Wir brauchen Lebensraum, nicht nur Asphalt und Beton« heißt es da oder »Stoppt die Kleingartenvernichtung«.  Schon als vor zwei Jahren die künftigen Pläne öffentlich wurden, ein Teil des dringend benötigten Berliner Wohnungsbaus auf dem riesigen Areal zwischen Blankenburger Pflasterweg, Malchow und Heinersdorf anzusiedeln, waren die Anwohner sofort hellhörig geworden. Nun soll alles noch schlimmer kommen, als befürchtet.
Während der von weit mehr als 700 Bürgern besuchten Informationsveranstaltung des Berliner Senats in der Feste-Scheune des Stadtguts Buch am 3. März platzte die Bombe: nicht nur bis zu 6.000 neue Wohneinheiten, wie bislang erklärt, sondern mindestens 10.000 sollen im »Blankenburger Süden« gebaut werden.

Für das bislang als gutes Beispiel transparenter Planungspolitik geltende Bauvorhaben, in das seit vielen Monaten auch viele Bürger und Blankenburger Akteure involviert sind, wurde der Vertrauensvorschuss verspielt. Die Bürger fühlen sich vor den Kopf gestoßen.
Politiker und Planer diskutierten mit den Bürgern in Buch drei Planungsvarianten des größten Berliner Wohnungsbauvorhabens für (mindestens) 20.000 Menschen.  
Die Varianten machten den Anwesenden deutlich, dass das Ende von Deutschlands größter Erholungsanlage mit ihren etwa 1400 Parzellen gekommen ist. »Wir sind komplett überplant worden. Die Anlage wird es nicht mehr geben, wenn es so umgesetzt wird«, äußerte sich die enttäuschte Ines Landgraf von den Garten- und Siedlerfreunden Blankenburg e. V. »Es muss Alternativen geben, die heute nicht vorgestellt werden: so geht es nicht!«…

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VerbrechenGewaltverbrechen in Röntgental
Ein 20-jähriger Mann starb nach einem Streit an einer Stichverletzung
Ein furchtbares Drama geschah am Abend des 28. Februar in Röntgental. Ein 20-jähriger Mann hatte sich mit letzter Kraft, blutüberströmt, zu einem Döner-Imbiss in der Heinestraße geschleppt und war dort gegen 23 Uhr zusammengebrochen. Er wies eine stark blutende Stichwunde am Oberschenkel auf. Trotz sofortigen Rettungseinsatzes verstarb der junge Mann noch am Auffindeort.  
Den Ermittlern liegt ein subjektives Porträt des Beschriebenen vor. Sie fragen: Wer erkennt diesen Mann und weiß um seinen Aufenthaltsort? Gibt es Zeugen, die eine solche Person am S-Bahnhof Röntgental oder auch anschließend im Umkreis wahrgenommen haben? Ist dieser Mann in der S-Bahn gesehen worden? Befand er sich in Begleitung? Hinweise bitte unter Tel. (03338) 3610 an die Inspektion Barnim oder jede andere Polizeidienststelle oder Internetwache unter www.polizei.brandenburg.de. Laut Auskunft der Polizeidirektion Ost hat es bislang ca. 20 Hinweise gegeben, der entscheidende war noch nicht dabei.

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Film EndeEin Leben für die Schule
Norbert Lackeit legt jetzt einen neuen Film über eine Karower Legende vor: Anna-Lotte Ende
Ich hätte eine sehr große Bitte an sie. Können sie mich nicht öfters rannehmen, damit ich mich von den schlechten Zensuren befreie. Ich wär ihnen sehr Dankbar«, ist der Wortlaut eines der vielen Schülerbriefe, die Anna-Lotte Ende während ihres langen Lehrerinnendaseins erhielt – und aufbewahrte. Briefe mit aberwitzigen orthografischen und sonstigen Fehlern, allesamt Zeugnisse des Vertrauens, das ihr Generationen von Schülerinnen und Schülern entgegenbrachten.
Anna-Lotte Ende, heute 98 Jahre alt, begann im Jahr 1946 an der 14. Schule in der Karower Bahnhofstraße ihr Berufsleben. Die Karower kennen sie nur als »Fräulein Ende«. Sie blieb dem 1923 in Deutschland eingeführten Lehrerinnen-Zölibat ihr Leben lang treu. »Mein Leben war die Schule«, das hat Anna-Lotte Ende immer wieder erklärt. Ihre Arbeit als Deutsch- und Musiklehrerin füllte die zierliche Frau völlig aus. Besonders die Musik hatte es ihr angetan, bei vielen Schülern hat sie –  als Chorleiterin, durch Flöten-, Geigen- oder Volkstanzunterricht – musikalische Leidenschaften geweckt.
Norbert Lackeit, selbst einmal Schüler von »Fräulein Ende«, hat ihr jetzt ein bewegtes Denkmal gesetzt…

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Freundlich»Garten Otto Freundlich« eröffnet
Bucher Bildhauerpaar will mit Beteiligungsprojekt an verfolgten Künstler erinnern
Wer kennt nicht die Bildhauerin Silvia Fohrer und den Bildhauer Rudolf J. Kaltenbach hier in Berlin-Buch? Und wer sie nicht persönlich kennt, der hat bei einem Spaziergang durch den Bucher Forst auf jeden Fall ihren Skulpturenweg »Steine ohne Grenzen« bestaunen dürfen. Ein Ort voller kreativer Kraft, der in wunderbarem Kontrast zur Natur steht. Mit der Gründung des gleichnamigen Vereins ist es dem Künstlerpaar über viele Jahre hinweg gelungen, immer wieder (auch internationale) Künstler für das Projekt zu begeistern und aktiv teilhaben zu lassen. Stets hat ihre Kunst auch einen politisch aktuellen Bezug.
Am 9. März eröffneten die beiden Kreativen im Bucher Forst, zum Gedenken an den deutschen Bildhauer und Maler Otto Freundlich, ganz in der Nähe des Forsthauses den »Garten Otto Freundlich«. Mit dieser Aktion möchte das Künstlerpaar an das traurige Schicksal eines großen deutschen Künstlers und  seiner Verfolgung durch die Nationalsozialisten erinnern. Otto Freundlich wurde im Konzentrationslager Majdanek (oder Sobibor) ermordet.
Zum Gedenken an Otto Freundlich wollen sie auch eine »Brücke der Kulturen« zwischen Deutschland und Polen errichten. Geplant ist, sowohl in Stolp (heute Słupsk), dem Geburtsort von Otto Freundlich, und in Berlin-Buch Denkmale zu errichten…

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WohnungsbauvorhabenWohnungsbau am Bahnhof Zepernick
In der Schönower Straße 106 in Zepernick befindet sich das seit vielen    Jahren leerstehende Ausflugslokal »Pankschloss«. Es ist in einem miserablen Zustand. Der Investor Michael Czyborra aus Wandlitz will hier auf dem großen Areal zwischen der Straße Am Amtshaus und der Panke ein Wohn- und Gewerbehaus errichten. Die Traufhöhe soll der des benachbarten Rathauses entsprechen, das sich unmittelbar am Zepernicker Bahnhof befindet. Auch optisch ist der Architektenentwurf (Abb.) an das Umfeld angepasst.  
Aktuell geplant sind 65 Wohnungen zwischen 50 und 70 Quadratmetern sowie sechs weitere Wohnungen mit 90 Quadratmetern Größe und ein Penthouse. 16 Gewerbeeinheiten sollen entstehen. Ab sofort nimmt Holger Fritz vom Büro Czyborra unter Tel. 0171/28 40 056 Bewerbungen für Wohnungen und Gewerbeflächen entgegen.
Im April wird der Bauantrag eingereicht, sodass vielleicht schon im Herbst der Baustart erfolgen kann.
Visualisierung: TEQTA Planung + Projektsteuerung UG


ZukunftsblickZukunftsblick: Wohnungsbau, BIZ und Verkehr
Bucher Bürgerforum im März informierte über kommende Investitionen im Ortsteil
Wer da meinte, dass der Bezirk und das Land Berlin seit Jahren für Buch nichts getan hätten, der wurde auf dem jüngsten Bürgerforum im März in der Feste-Scheune eines anderen belehrt. Bis 2017 flossen 22,8 Millionen Euro Stadtumbau-Fördermittel in den Ortsteil, die vor allem für die Sanierung sozialer Infrastruktur verwendet wurden: Kitas, Schulen, Spielplätze sind erneuert oder der Schlosspark umgebaut worden (letzter Bauabschnitt erfolgt bis  2021).
Der Geldfluss soll auch in den kommenden Jahren nicht versiegen. Über das Stadtumbau-Programm sind weitere Vorhaben geplant. Hohe Priorität beim Senat hat das Modellprojekt BIZ (Bildungs- und Integrationszentrum), für das jetzt 14 Millionen Euro freigegeben wurden. Es soll seinen Platz am Ende der Schlossparkpassage finden, die ab »1000 kleine Dinge« bis zum Ende der Wiltbergstraße (in Höhe des Lindenberger Wegs), gesäumt von einer beidseitigen Baumreihe, fortgesetzt wird. Ein Architektenwettbewerb beginnt in Kürze für das 4-geschossige Haus, unter dessen Dach Musikschule, Bibliothek, Volkshochschule und Gläsernes Labor auf ca. 2900 m2 Nutzfläche ihr neues Domizil finden
Pankows Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn sprach von weiteren Vorhaben für Buch. Für den künftigen Wohnungsbau in Buch-Süd (Buch IV) ergab eine Bestandsanalyse ein Potenzial für bis zu 1300 neue Wohnungen…
Foto: B. Gericke

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